ILO präsentiert MobiPro-EU-Teilnehmer als Positivbeispiele

Junge Menschen auszubilden ist eine Investition in die Zukunft – Unternehmen sichern sich damit langfristig den Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Doch der demografische Wandel verursacht mittlerweile Bewerberengpässe. Viele Arbeitgeber gehen daherneue Wege, um ihre Ausbildungsplätze zu besetzen– auch mit Unterstützung des Förderprogramms MobiPro-EU.

 

Neue Sichtweisen bereichern die Zusammenarbeit

 

Die Firma BÜFA im niedersächsischen Oldenburg hat immer größere Schwierigkeiten, geeignete Auszubildende zu finden. „Daher haben wir uns entschieden, unser ‚Einzugsgebiet‘ zu erweitern“, sagt die Ausbildungsleiterin Sabine Hinrichs. „Außerdem haben wir die Erfahrung gemacht, dass andere Kulturen unsere eigene Sichtweise und unsere Zusammenarbeit fördern können.“ Seit Oktober 2015 bildet die Firma zusätzlich zu ihren deutschen Azubis zwei Produktionsfachkräfte Chemie und einen Fachlageristenaus Spanien aus. Auch, dass das Chemieunternehmen Standorte inden Niederlanden, Spanien, Polen und Estland unterhält, ist neben dem Bewerbermangel ein Grund für
die Ausbildung von jugendlichen aus dem Ausland. „Für uns als Unternehmen mit Standorten in ganz
Europa wird der Faktor Internationalität immer wichtiger“, sagt Sabine Hinrichs. „Durch die Ausbildung internationaler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möchten wir diesen Anforderungen an die Zukunft gerecht werden.“ Die Firma BÜFA im niedersächsischen Oldenburg stellte sich der immer größer werdenden Herausforderung, geeignete Auszubildende zu finden. „Wir haben uns entschieden, unser ‚Einzugsgebiet‘ zu erweitern“, sagt Ausbildungsleiterin Sabine Hinrichs. „Außerdem haben wir die Erfahrung gemacht, dass andere Kulturen unsere eigene Sichtweise und unsere Zusammenarbeit fördern können.“ Seit Oktober 2015 bildet die Firma zusätzlich zu ihren deutschen Azubis zwei Produktionsfachkräfte Chemie und einen Fachlageristen aus Spanien aus.
Auch dass das Chemieunternehmen Standorte in den Niederlanden, Spanien, Polen und Estland hat, ist neben dem Bewerbermangel ein Grund für die Ausbildung von Jugendlichen aus dem Ausland. „Für uns als Unternehmen mit Standorten in ganz Europa wird der Faktor Internationalität immer wichtiger“, sagt Sabine Hinrichs.

„Durch die Ausbildung internationaler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möchten wir diesen Anforderungen an die Zukunft gerecht werden.“ Zwar sind noch einige, vor allem sprachliche, Hürden

zu nehmen, trotzdem hat sich der Aufwand laut Sabine Hinrichs bereits gelohnt: „Unsere drei spanischen Neuzugänge sind fleißig und sehr hilfsbereit. Zwar sprechen sie zum Teil noch nicht so gut Deutsch, können aber selbst viel verstehen.“ Firmen, die ebenfalls junge Menschen aus dem Ausland ausbilden wollen, empfiehlt sie daher vor allem Geduld: „Ich kann nur jedem Unternehmen, welches ernsthaft ausbildet und seine Azubis nicht als Arbeitskräfte einsetzt, empfehlen, Jugendliche aus dem Ausland zu rekrutieren. Natürlich benötigen sie anfänglich mehr Aufmerksamkeit und Betreuung als ihre deutschen Kollegen, jedoch sind sie eine Bereicherung für das ganze Arbeitsklima – wenn man sie lässt.“


Offene Arme und offene Ohren


„Im Pflegebereich finden wir einfach nicht genügend und geeigneten Nachwuchs“, konstatiert Martin Grünitz, Direktor des Curanum Seniorenstifts Ulm. Seine Einrichtung hat sich daher auf die Suche im Ausland gemacht und ist über die ZAV und das Förderprogramm MobiPro-EU fündig geworden. Zwei junge Spanierinnen absolvieren nun seit September 2015 eine Ausbildung zur Altenpflegerin. Das Curanum Seniorenstift hat viel investiert, damit sie sich wohlfühlen: „Wir haben ihnen die Stadt gezeigt, sie mit Gegebenheiten in Deutschland vertraut gemacht und bei praktischen Problemen wie Arztbesuchen oder der Einrichtung eines Internetanschlusses geholfen.“ „Im Pflegebereich finden wir einfach nicht genügend und geeigneten Nachwuchs“, konstatiert Martin Grünitz, Direktor des Curanum Seniorenstifts Ulm. Seine Einrichtung hat sich daher auf die Suche im Ausland gemacht und ist über die ZAV und das Förderprogramm MobiPro-EU fündig geworden. Zwei junge Spanierinnen absolvieren nun seit September 2015 eine Ausbildung zur Altenpflegerin. Das Curanum Seniorenstift hat viel investiert, damit sie sich wohlfühlen: „Wir haben ihnen die Stadt gezeigt, sie mit Gegebenheiten in Deutschland vertraut gemacht und bei praktischen Problemen wie Arztbesuchen oder der Einrichtung eines Internetanschlusses geholfen.“ Anderen Unternehmen empfiehlt Martin Grünitz vor allem Sorgfalt bei der Stellenbeschreibung: „Oft sind die Berufsbilder in Deutschland etwas anders als im
Herkunftsland. Daher muss das Anforderungsprofil für die Tätigkeit klar kommuniziert werden.“ Daneben sollte seiner Meinung nach nicht nur der Arbeitgeber, sondern auch das Mitarbeiterteam Offenheit zeigen und bereit sein, ausländische Azubis zu integrieren. Im Curanum Seniorenstift scheint das funktioniert zu haben: „Einer unserer Azubis gefällt es in Ulm so gut, dass sie sich den Ulmer Spatz hat tätowieren lassen – offensichtlich eine aktuelle Bezeugungsform gelungener Willkommenskultur.“


Sprache als Schlüssel zur beruflichen Integration


Sprachkenntnisse sind für Ralf Manuscheff, Direktor des Romantik Hotels Stryckhaus in Willingen, der
Schlüssel zu einer gelungenen beruflichen Integration – für den Kontakt mit den Kunden und weil die
Auszubildenden die deutsche Abschlussprüfung bestehen müssen. Besonders wichtig ist die berufsspezifische Fachsprache: „Es nützt nichts, wenn der Auszubildende ‚Grimms Märchen‘ versteht, aber kein Verständnis für die berufsspezifischen Inhalte hat.“ Drei junge Menschen aus Rumänien bildet sein Haus derzeit zu Hotelfachleuten und Köchen aus. Deren Integration endet für Ralf Manuscheff nicht bei der Sprache: „Es muss für Unternehmen klar sein, dass wir junge ‚Kollegen‘ aus anderen Kulturkreisen nach Deutschland holen. Daher muss der integrative Prozess neben den betrieblichen Belangen auch die sozialen umfassen. Hier müssen wir Ansprechpartner, Berater und Unterstützer sein – sonst werden wir Berufsspezifische Sprachkenntnisse sind für Ralf Manuscheff, Direktor des Romantik Hotels Stryckhaus in Willingen, der Schlüssel zu einer gelungenen beruflichen
Integration – nicht nur für den Kontakt mit den Kunden, sondern auch, weil die Auszubildenden aus
dem Ausland die deutsche Abschlussprüfung bestehen müssen: „Es nützt nichts, wenn der Auszubildende ‚Grimms Märchen‘ versteht, aber kein Verständnis für die berufsspezifischen Inhalte hat.“ Drei junge Menschen aus Rumänien bildet sein Haus derzeit zu Hotelfachleuten und Köchen aus. Deren Integration endet für Ralf Manuscheff nicht bei der Sprache: „Es muss für interessierte Unternehmen klar sein, dass wir junge ‚Kollegen‘ aus anderen Kulturkreisen nach Deutschland holen. Auch in sozialen Belangen müssen wir daher Ansprechpartner, Berater und Unterstützer sein – sonst werden wir keine motivierten Auszubildenden haben.“


Soziale Integration unterstützen


Marc Schmidt von der Steigenberger Hotel AG findet viele gute Gründe für die Suche nach Auszubildenden im Ausland: „Mit der Expansion und der Internationalisierung unseres Unternehmens wachsen auch die Anforderungen an unsere Mitarbeiter. Sprachkenntnisse und kulturelle Offenheit werden damit ein wichtiger Qualifikationsfaktor.“ Das und der spürbare Bewerbermangel ließen das Unternehmen erstmals zentral gesteuert Nachwuchs im Ausland suchen. 13 junge Spanierinnen und Spanier werden aktuell bei Steigenberger zu Hotel- und Restaurantfachleuten sowie Köchinnen und Köchen ausgebildet. „Die größte Hürde ist definitiv die erfolgreiche berufliche und soziale Integration. Uns liegt sehr am Herzen, dass sich die Jugendlichen wohlfühlen, um der schwer kalkulierbaren Kraft des Heimwehs entgegenzuwirken“, erklärt Marc Schmidt. Der Aufwand hat sich gelohnt: „Alle neuen Azubis sind hochmotiviert, haben sich sprachlich sehr gut entwickelt, und sind bereits außerordentlich gut sozial integriert.“ Roberto Rojas, Vice President Human Resources der Steigenberger Hotels AG, findet viele gute Gründe für die Suche nach Auszubildenden im Ausland: „Mit der Expansion und der Internationalisierung unseres Unternehmens wachsen auch die Anforderungen an unsere Mitarbeiter. Sprachkenntnisse und kulturelle Offenheit werden damit ein wichtiger Qualifikationsfaktor.“

 

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