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FAQ’s zur alten Förderrichtlinie 2013/2014

1. Grundsätzliches

1. Grundsätzliches

An wen richtet sich das Programm The Job of my Life?

Das Programm richtet sich an junge Ausbildungsinteressenten und arbeitslose Fachkräfte aus Europa, die in Deutschland eine betriebliche Berufsausbildung oder eine qualifizierte Beschäftigung in einem Engpassberuf (Berufe entnehmen Sie bitte der Rubrik Fachkräfte) aufnehmen möchten.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Im Rahmen des Programms können Einzelpersonen gefördert werden, die das Recht auf Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU besitzen. Zum Zeitpunkt der Antragstellung müssen sie zwischen 18 und 35 Jahren sein. Die speziellen Fördervoraussetzungen für Auszubildende und Arbeitnehmer entnehmen Sie bitte der entsprechenden Rubrik.

Gibt es eine Altersbeschränkung?

Zum Zeitpunkt der Antragstellung muss die antragstellende Person zwischen 18 und 35 Jahren alt sein. In besonders begründeten Ausnahmefällen, zum Beispiel in Gesundheitsberufen, können auch Personen bis zum Alter von 40 Jahren gefördert werden.

Wer ist für die Umsetzung des Programms zuständig?

Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit ist in alleiniger Zuständigkeit mit der Umsetzung des Programms „THE JOB OF MY LIFE“ betraut. Bei Fragen können Sie sich an die ZAV wenden. E-Mail: thejobofmylife(at)arbeitsagentur.de Telefon: +49 228 713 1083.

Wo kann ich die Leistungen beantragen?

Antragstelle ist die

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV), Team 101

Villemombler Straße 76

53123 Bonn, Deutschland

E-Mail: thejobofmylife(at)arbeitsagentur.dethejobofmylife@arbeitsagentur.de

Tel: +49 228 713 1083, Fax: +49 228 713 270 1080

Wer kann einen Antrag stellen?

Im Rahmen der Individualförderung ist Antragsteller ausschließlich der Ausbildungsinteressent oder die Fachkraft.

Für die „Trägerförderung“ erfolgt die Antragstellung, Prüfung und Genehmigung der Fördermodule in der Regel für eine Gruppe von Jugendlichen gemeinsam über einen Dritten als Antragsteller, einen sogenannten Projektträger. Lt. Ziff. 5.1 der Richtlinie ist die Zuwendung in diesen Fällen als nicht rückzahlbarer Zuschuss in Form einer Vollfinanzierung auszugestalten. Sofern in seinem Projekt mindestens 10 Jugendliche zum Projektbeginn betreut werden und zumindest einen Förderbaustein in Anspruch nehmen, kann der Projektträger zur Kompensation der ihm entstehenden Kosten zusätzlich eine Aufwandspauschale für Verwaltungskosten beantragen.

Ein Projektantrag ist grundsätzlich ab einer Person möglich, allerdings ohne Zahlung der Verwaltungskostenpauschale.

Durch den Projektträger können ausschließlich nur die in der Richtlinie und dem beigefügten Förderkatalog benannten Leistungen beantragt werden. Sollte der Projektträger im Rahmen seiner Netzwerktätigkeit etc. weiterführende integrationsfördernde Maßnahmen anbieten, sind diese nicht förderfähig.

Wann kann ich den Antrag stellen?

Der Antrag muss vor Beginn des die Förderung begründenden Ereignisses bei der ZAV gestellt werden (Tag der Antragstellung = Posteingang bei der ZAV). Bei Auszubildenden darf die Erstantragstellung nicht früher als zwölf Monate vor dem geplanten Ausbildungsbeginn liegen (Förderrichtlinie vom 1.11.13, 4.1.).

Wer entscheidet über meinen Antrag?

Die Förderbewilligung oder Ablehnung des Förderantrages erfolgt durch einen Bescheid der ZAV. Dieses Schreiben legt Art und Umfang der finanziellen Förderung fest. Innerhalb eines Monats nach Erhalt des Bescheides kann Widerspruch eingelegt werden – schriftlich oder du lässt eine Amtsperson deinen Widerspruch aufnehmen.

2. Auszubildende

2. Auszubildende

Welche Personen sind förderfähig?

Ausbildungsinteressierte

  • aus der EU, die das Recht auf Arbeitnehmerfreizügigkeit besitzen,
  • die zum Zeitpunkt der Antragstellung zwischen 18 – 35 Jahren alt sind,
  • die über einen in ihrem Herkunftsland erworbenen Schulabschluss verfügen und
  • die noch nicht über eine abgeschlossene betriebliche Berufsausbildung in ihrem Herkunftsland verfügen.

Welche weiteren Voraussetzungen müssen für die Förderung erfüllt sein?

Für den Ausbildungsinteressenten ist eine positive Vermittlungsprognose der ZAV oder ein Ausbildungsplatzangebot eines anerkannten Ausbildungsbetriebes in Deutschland erforderlich.

Welche Ausbildungen sind förderfähig?

Förderfähig sind alle betrieblichen Erstausbildungen in Deutschland in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf.

Was ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf?

Bei einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf handelt es sich um bundeseinheitlich geregelte Berufe auf der Grundlage von §§ 4 und 5 Berufsbildungsgesetz (BBiG) bzw. §§ 25 und 26 Handwerkordnung (HWO). Dabei stellt das BBiG auf Berufe ab, die in Gewerbebetrieben oder entsprechenden Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung sowie der freien Berufe ausgeübt werden, also auf Facharbeiter- oder Fachangestelltenberufe. Die Ausbildung in diesen Berufen erfolgt „dual“, d.h. an den beiden Lernorten Betrieb und Berufsschule.

 

Auch die Berufsausbildung im Rahmen eines Berufsausbildungsvertrages in der Seeschifffahrt aufgrund der Verordnung über die Berufsausbildung zum Schiffsmechaniker und über den Erwerb des Schiffsmechanikerbriefes und die betrieblich durchgeführten Ausbildungen nach dem Altenpflegegesetz sind förderfähig, wenn der dafür vorgeschriebene Berufsausbildungsvertrag abgeschlossen wurde und eine Eintragung ins Ausbildungsverzeichnis erfolgte.

 

Die Seite Bundesinstitut für Berufsbildung bietet eine Übersicht aller 348 anerkannten Berufe inkl. Übersetzung ins Englische und Französische.

Welche Leistungen kann ein Ausbildungsinteressent beantragen?

  • Finanzierung eines Deutschsprachkurses im Herkunftsland bis zu 16 Wochen im Umfang von max. 400 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten (UE) in modularer Form,
  • Finanzierung eines Deutschsprachkurses in Deutschland, der das Praktikum begleitet, bis zu 12 Wochen im Umfang von 210 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten;
  • Die Zeit des Sprachkurses ist Bestandteil des Praktikums und entsprechend zu vergüten. Der Ausbildungsbetrieb hat den Praktikanten für die Zeit des Sprachkurses freizustellen.



Unterstützungsleistungen zu den Reisekosten: Die Reisekosten werden als Pauschale für einfache Entfernung bis zu 500 km (Zuschuss 200 €) bzw. ab 501 km (Zuschuss 300 €) gewährt. Bewerbungsgespräch Hin- und Rückreise kumulativ 200 € bzw. 300 €, Praktikum Hin- und Rückreise kumulativ 200 € bzw. 300 €.
Förderfähig ist ferner die Hinreise zur betrieblichen Berufsausbildung in Deutschland sowie bei vorzeitiger Beendigung die Rückreise ins Herkunftsland. Der Reisekostenzuschuss beträgt hier entfernungsunabhängig 500 €.

  • Unterstützungsleistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts während des Praktikums und während der betrieblichen Berufsausbildung
  • Finanzierung bzw. Bereitstellung einer Förderung mit ausbildungsbegleitenden Hilfen (Deutschsprachförderung, Nachhilfe zum Berufsschulunterricht sowie sozial-und berufspädagogische Begleitung)
  • Anpassungspraktikumsbegleitende Deutschsprachförderung, sozial-und berufspädagogische Begleitung (Förderleistung I.5.) sowie Unterstützung zur Sicherung des Lebensunterhalts während des Anpassungspraktikums (Förderleistung I.4) für die Dauer von maximal 12 Monaten

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Leistungen, Antragsverfahren und Nachweisführung entnehmen Sie bitte dem Förderkatalog.

Welche Sprachförderung ist im Herkunftsland möglich?

Es besteht die Möglichkeit, bereits im Herkunftsland einen Sprachkurs zur Vorbereitung auf die Arbeitsaufnahme in Deutschland zu absolvieren. Förderfähig sind dabei höchstens 400 Unterrichtseinheiten (UE) à 45 Minuten und eine maximale Dauer von 16 Wochen zu landesüblichen Preisen. Bei Fragen können Sie sich an die ZAV wenden.

E-Mail: thejobofmylife(at)arbeitsagentur.de
Telefon: +49 228 713 1083

Die Wahl des Sprachkursanbieters ist frei.

Welche Sprachförderung kann ich in Deutschland zur Vorbereitung auf die Ausbildung erhalten?

Während eines ausbildungsvorbereitenden Praktikums besteht die Möglichkeit, einen Sprachkurs in Deutschland zu absolvieren. Voraussetzung ist, dass sich der Arbeitgeber für den Zeitraum des Sprachkurses zur Fortzahlung der Praktikumsvergütung verpflichtet (Freistellungserklärung).

Der Antrag muss vor Beginn des Sprachkurses gestellt werden. Dazu sind folgende Unterlagen erforderlich:

  • Antrag,
  • Sprachkursangebot eines der unten genannten Sprachkursträger,
  • Kopie des Praktikumsvertrages des zukünftigen Ausbildungsbetriebes unter Hinweis auf einen Ausbildungsplatz und
  • Freistellungserklärung des Ausbildungsbetriebes für die Teilnahme am Deutschkurs.

Im Rahmen von MobiPro-EU können nunmehr gleichrangig folgende Träger Sprachkurse in Deutschland durchführen: Sprachkursanbieter, die ESF-BAMF-Sprachkursträger sind, und Goethe-Institute; Sprachkursanbieter, die Integrationskurse (BAMF) durchführen; nach AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) zertifizierte Bildungsträger (Zertifikat ist bei Antragstellung vorzulegen).

Welche ausbildungsbegleitenden Hilfen kann ich erhalten?

Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH-EU) sollen die Jugendlichen unterstützen, ihre Berufsausbildung in Deutschland erfolgreich zu durchlaufen und abzuschließen.

Bildungsträger, die über eine Zertifizierung AZAV verfügen, können abH-EU-Maßnahmen in Deutschland durchführen.


Die Übernahme der Kosten kann nach Bedarf ab Beginn längstens bis zum Abschluss der betrieblichen Berufsausbildung, jedoch nicht über den 31.12.2016 hinaus, gewährt werden.

Der Bewilligungszeitraum beträgt maximal den Zeitraum bis zum Ende des aktuellen Ausbildungsjahres, jedoch längstens für die Dauer des gültigen Zertifikates nach § 181 Abs. 6 SGB III i.V.m. § 5 AZAV oder bis zum Ende des mit dem Bildungsträger abgeschlossenen Vertrages zu den ausbildungsbegleitenden Hilfen nach § 75 SGB III. Nach diesem Zeitraum muss über den Antrag neu entschieden werden.

Die Höhe der Kostenübernahme orientiert sich für die Förderung nach Ziffer 5 der Richtlinie jeweils an der regionalen BA-Pauschale für ausbildungsbegleitende Hilfen nach § 75 SGB III. Die Höhe des jeweilig gültigen Fördersatzes kann bei der ZAV erfragt werden, Tel. 0228/713-1083 oder E-Mail: thejobofmylife(at)arbeitsagentur.de.

Soweit es keine anderen Vereinbarungen mit dem Ausbildungsbetrieb gibt, sind abH-EU außerhalb der betrieblichen Arbeitszeiten/Berufsschulzeiten der Teilnehmer anzubieten, erforderlichenfalls auch samstags.

Die Dauer des Stütz- und Förderunterrichtes einschließlich Sprachförderung nach Ziffer 5 der Richtlinie hat pro Teilnehmer im gesamten Bewilligungszeitraum grundsätzlich mindestens drei Unterrichtsstunden (Stütz- und Förderunterricht einschließlich der Förderung deutscher Sprachkenntnisse) pro Woche zu umfassen. Dies gilt auch für Ferienzeiten der Berufsschule. Eine Unterrichtsstunde dauert 45 Minuten.

Der Umfang der sozial- und berufspädagogischen Ausbildungsbegleitung nach Ziffer 5 der Richtlinie hat pro Teilnehmer im gesamten Bewilligungszeitraum grundsätzlich mindestens einen persönlichen Kontakt wöchentlich zu umfassen; zu Beginn der Förderung vorrangig außerhalb der Räumlichkeiten des Trägers zur Unterstützung der sozialen Eingliederung im neuen Arbeits- und Lebensumfeld. Ein telefonischer Kontakt ist nicht ausreichend.

Die Auszahlung erfolgt monatlich nachträglich direkt an den Träger. Dies wird im Zuwendungsbescheid an den Auszubildenden vermerkt. Der Träger wird darüber informiert.

Als zahlungsbegründender Nachweis ist die Bescheinigung des Trägers über die regelmäßige Teilnahme des Auszubildenden an der Maßnahme bzw. der Bericht über Art und Inhalt der Dienstleistung alle drei Monate einzureichen.

Welche Vergütung erhält der Ausbildungsinteressent?

Während des ausbildungsvorbereitenden Praktikums ist eine monatliche Vergütung von mindestens 200 € an den Ausbildungsinteressenten zu zahlen.

Die Praktikanten unterliegen der Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Bei den Praktika im Rahmen des Sonderprogramms handelt es sich um Beschäftigungen im Rahmen beruflicher Berufsbildung, denn durch sie werden berufliche Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen vermittelt. Die Ausbildungsinteressierten sollen durch sie befähigt werden, sich anschließend für die Aufnahme einer Ausbildung entscheiden zu können. Der Praktikumsvertrag ist als Vertragsverhältnis nach § 26 Berufsbildungsgesetz (BBiG) anzusehen. Damit liegt eine Beschäftigung im Sinne des § 7 Abs. 1 Satz 1 in Verb. mit § 7 Abs. 2 SGB IV vor. Die Regelungen zur geringfügig entlohnten Beschäftigung finden für diese Beschäftigung zur Berufsbildung keine Anwendung. Der zu zahlende Gesamtsozialversicherungsbeitrag bemisst sich aus dem Arbeitsentgelt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Unterstützungsleistung zur Sicherung des Lebensunterhaltes und auch andere Förderleistungen des Bundes nicht zum beitragspflichtigen Arbeitsentgelt zählen. Sofern das monatliche Arbeitsentgelt 325€ nicht übersteigt, trägt der Arbeitgeber den Gesamtsozialversicherungsbeitrag allein (§ 20 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 SGB IV).

Der Ausbildungsbetrieb hat dem Auszubildenden während der Ausbildung eine angemessene Vergütung zu zahlen. Nähere Informationen sind zu finden unter: Bundesministerium der Justiz § 10 oder Bundesministerium der Justiz § 17.

Seit dem 1. November 2013 kann auch ein so genanntes Anpassungspraktikum gefördert werden. Welche Voraussetzungen benötige ich dafür?

Wenn du bereits eine schulische Berufsausbildung (kein Hochschulabschluss) in deinem Herkunftsland abgeschlossen hast, aber für die Anerkennung/Gleichwertigkeit deines ausländischen Abschlusses in Deutschland noch fachpraktische Fähigkeiten und Fertigkeiten benötigst, dann besteht die Möglichkeit zur Förderung eines Anpassungspraktikums in einem Ausbildungsbetrieb in Deutschland.

Weiterführende Informationen zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse findest du unter www.anerkennung-in-deutschland.de.

Welche Unterlagen benötige ich für die Beantragung von Förderleistungen?

Die Antragstellung erfolgt vor Beginn des Anpassungspraktikums unter Beifügung

• des Zertifikats des schulischen Berufsabschlusses aus dem Herkunftsland (kein Hochschulsabschluss) und der deutschen Übersetzung

• des Bescheids des Anerkennungsverfahrens durch die zuständige Stelle (volle Anerkennung der notwendigen fachtheoretischen Kenntnisse, Lücken bei den fachpraktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten) sowie

• eines darauf aufbauenden von der zuständigen Anerkennungsstelle gebilligten Anpassungspraktikumsplans und -vertrags durch einen Ausbildungsbetrieb.

Welche Förderleistungen kann ich während des Anpassungspraktikums erhalten?

Während des Anpassungspraktikums bestehen folgende Fördermöglichkeiten:

• eine anpassungspraktikumsbegleitende Deutschsprachförderung, sozial- und berufspädagogische Begleitung (Förderleistung I.5.)

• sowie Unterstützung zur Sicherung des Lebensunterhalts während des Anpassungspraktikums (Förderleistung I.4) für die Dauer von maximal 12 Monaten. Während des Anpassungspraktikums zahlt der Ausbildungsbetrieb die Vergütung des 3. Ausbildungsjahres.

3. Fachkräfte

3. Fachkräfte

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

  • Sie kommen aus der EU und besitzen das Recht auf Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU
  • Sie sind zum Zeitpunkt der Antragstellung zwischen 18 - 35 Jahre alt (in besonders zu begründenden Ausnahmefällen, z.B. in den Gesundheitsberufen, bis 40 Jahre alt)
  • Sie sind in ihrem Herkunftsland arbeitslos
  • Sie möchten eine qualifizierte Beschäftigung in einem Engpassberuf in Deutschland aufnehmen

Gilt das Förderangebot des Programms für alle Berufsgruppen?

Nein. Die Arbeitsmärkte in den europäischen Ländern benötigen dann Fachkräfte aus anderen Ländern, wenn bestimmte Berufe nicht mehr mit Fachkräften aus dem Inland besetzt werden können.


Nur wer eine Tätigkeit in den nachfolgenden Berufen später ausüben wird, kann finanziell unterstützt werden. Die Bedingungen des Arbeitsvertrages müssen dieser qualifizierten Beschäftigung entsprechen. Als Grundlage gilt die bundesweite Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit.


Technische Berufe – Expertenebene (Ingenieure):

  • Metallbau und Schweißtechnik
  • Maschinenbau und Betriebstechnik
  • Fahrzeug, Luft-, Raumfahrt- und Schiffbautechnik
  • Mechatronik und Automatisierungstechnik
  • Elektrotechnik
  • Technische Forschung und Entwicklung
  • Technische Zeichnung (keine technischen Zeichner), Konstruktion und Modellbau
  • Ver - und Entsorgung
  • Informatik,
  • Softwareentwicklung und Programmierung


Technische Berufe – Fachkräfte / Spezialisten:

  • Mechatronik und Automatisierungstechnik
  • Energietechnik
  • Klempnerei, Sanitär, Heizung und Klimatechnik
  • Fahrzeugführung im Eisenbahnverkehr


Ärzte und Gesundheitspersonal:

  • Humanmedizin (ohne Zahnärzte)
  • Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst, Geburtshilfe (d.h. examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger/innen)
  • Altenpflege (d.h. examinierte Altenpfleger/innen)

 

Neben den Engpassberufen können auch regionale Bedarfe (z.B. in der Hotellerie und Gastronomie) nach Ermessen berücksichtigt werden. Regionale Bedarfe werden von der ZAV in der Zusammenarbeit mit den Regionaldirektionen der Bundesagentur für Arbeit identifiziert.

Welche Leistungen kann ich als Fachkraft beantragen?

     

  • Finanzierung Deutschkurs im Herkunftsland und berufsbegleitender Sprachkurs in Deutschland bis zu 680 Unterrichtseinheiten a 45 Minuten. Dem Antragsteller ist es freigestellt, in welchem EU-Land der Unterricht erfolgt. In der Regel handelt es sich beim Sprachkurs im Herkunftsland um allgemeinsprachliche Deutschkurse, während die Deutschkurse in Deutschland berufsbezogen sein müssen bzw. sollten. Ziel ist die B2-Prüfung nach dem Europäischen Referenzrahmen: Die Kosten der Zertifikatsprüfung in Höhe von bis zu 150 € sind erstattungsfähig
  • Anreisekosten zum Bewerbungsgespräch / Vorstellungsgespräch in Deutschland
  • Umzugskostenpauschale zur Arbeitsaufnahme in Deutschland
  • Kostenübernahme für Anerkennungsverfahren für reglementierte Engpassberufe
  • Finanzierung einer Erstorientierung junger Fachkräfte für ehrenamtliche Begleitung durch gemeinnützige Institutionen (max. 6 Monate)

     

Welche Sprachförderung ist im Herkunftsland möglich?

Es besteht die Möglichkeit, bereits im Herkunftsland einen Sprachkurs zur Vorbereitung auf die Arbeitsaufnahme in Deutschland zu absolvieren. Förderfähig sind dabei höchstens 680 Unterrichtseinheiten (UE) à 45 Minuten zu landesüblichen Preisen. Dem Antragsteller ist es freigestellt, ob er den Sprachkurs im Herkunftsland oder in Deutschland absolviert (neue Förderrichtlinie vom 01.11.2013).

Die Wahl des Sprachkursanbieters ist frei.

Wann muss ich den Sprachkurs beantragen?

Der Antrag muss vor Beginn des Sprachkurses gestellt werden. Dem Antrag muss ein Angebot der Sprachschule beigefügt werden. Darüber hinaus ist ein positives Votum einer Vermittlungskraft der ZAV oder die Einstellungszusage des Arbeitgebers beizulegen.

Welche Unterlagen muss ich einreichen?

Der Antrag muss vor Beginn des Sprachkurses gestellt werden. Dazu sind folgende Unterlagen erforderlich:

  • Antrag,
  • Sprachkursangebot,
  • Arbeitsvertrag und
  • Freistellungserklärung durch den Arbeitgeber.

Welche Sprachförderung kann ich in Deutschland zur Vorbereitung auf die Arbeitsaufnahme erhalten?

Vor der Arbeitsaufnahme besteht die Möglichkeit, einen berufsbezogenen Vollzeitsprachkurs oder einen praktikumsbegleitenden Sprachkurs in Deutschland zu absolvieren. Voraussetzung ist, dass sich der Arbeitgeber für den Zeitraum des Sprachkurses zur Fortzahlung des Gehaltes verpflichtet (Freistellungserklärung).

Der Antrag muss vor Beginn des Sprachkurses gestellt werden. Dazu sind folgende Unterlagen erforderlich:

  • Antrag,
  • Sprachkursangebot eines der unten genannten Sprachkursträger und
  • Kopie des Arbeitsvertrages und Freistellungserklärung des Arbeitgebers für die Teilnahme am Deutschkurs.


Im Rahmen von MobiPro-EU können gleichrangig folgende Träger Sprachkurse in Deutschland durchführen: Sprachkursanbieter, die ESF-BAMF-Sprachkursträger sind, und Goethe-Institute; Sprachkursanbieter, die Integrationskurse (BAMF) durchführen; nach AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) zertifizierte Bildungsträger (Zertifikat ist bei Antragstellung vorzulegen).

Habe ich als Grenzgänger einen Anspruch auf Reise- bzw. Umzugskosten?

Grenzgänger haben keinen Anspruch auf diese Leistung. Zu den Grenzgängern gehören gem. Art. 1 Buchst. f) GVO solche Personen, die ihren Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt in einem Mitgliedstaat der EU haben, ihre Beschäftigung in einem anderen Mitgliedstaat der EU ausüben und in der Regel täglich, mindestens aber einmal wöchentlich in ihr Heimatland zurückkehren.

Welche Reisen sind förderfähig?

Förderfähig sind Reisen der Fachkraft, die im Zusammenhang mit einer geplanten Beschäftigungsaufnahme in Deutschland stehen. Dazu gehören sowohl Reisen zu Vorstellungsgesprächen als auch Umzugskosten.

In welcher Höhe werden Reise- bzw. Umzugskosten erstattet?

Die Reisekosten werden als Pauschale gewährt.

Für die Anreisekostenpauschale zum Bewerbungsgespräch gilt:

  • einfache Reiseentfernung bis 500km: 200€
  • einfache Reiseentfernung über 500km: 300€

Für die Umzugskostenpauschale zur Arbeitsaufnahme beträgt die Pauschale 890€.

Wann und wie kann ich Reisekosten beantragen?

Der Antrag muss vor Reiseantritt gestellt werden. Dem Antrag für Reisekosten zum Bewerbungsgespräch muss eine schriftliche Einladung des Arbeitgebers beigefügt werden. Dem Antrag zur Förderung der Umzugskosten ist der Arbeitsvertrag beizufügen.

Was ist ein Anerkennungsverfahren?

Eine formale Anerkennung einer im Ausland erworbenen Berufsqualifikation ist für die Ausübung eines in Deutschland gesetzlich geregelten Berufes zwingend erforderlich. In einem Anerkennungsverfahren wird der ausländische Berufsabschluss von einer dafür zuständigen Stelle geprüft und mit einer deutschen Qualifikation verglichen. Bei der Feststellung der Gleichwertigkeit wird die formale Anerkennung bestätigt und somit der Zugang zu einem in Deutschland gesetzlich geregelten Beruf (reglementierter Beruf) ermöglicht.

Werden Kosten für Anerkennungsverfahren erstattet?

Ja, wenn es sich um einen reglementierten Engpassberuf handelt und die Berufsqualifikation in einem EU-Mitgliedstaat erworben wurde.

Was ist ein reglementierter Beruf?

Ein Beruf ist dann reglementiert, wenn der Berufszugang und die Berufsausübung durch Rechts- und Verwaltungsvorschriften an den Nachweis einer bestimmten Qualifikation gebunden oder die Berufsbezeichnung gesetzlich geschützt ist. Reglementiert sind in Deutschland zum Beispiel medizinische Berufe wie Kranken- und Altenpflege.

Eine Übersicht der in Deutschland reglementierten Berufe und der jeweiligen Anerkennungsstellen ist zu finden unter: Anabin.

Welche Kosten werden in welcher Höhe erstattet?

Erstattet werden die Kosten für das Anerkennungsverfahren, Übersetzungen und Beglaubigungen. Die Erstattung erfolgt bis zu einer Gesamthöhe von 1000 € auf Basis der tatsächlich angefallenen Kosten.

Wann und wie muss ich die Übernahme der Kosten für das Anerkennungsverfahren beantragen?

Der Antrag muss vor Beginn des Anerkennungsverfahrens gestellt werden. Dem Antrag muss der ausländische Bildungsabschluss beigefügt werden. Zusätzlich ist ein positives Votum zum Vermittlungspotential des Bewerbers durch die ZAV oder ein schriftliches Arbeitsplatzangebot erforderlich. Der Arbeitgeber hat das Arbeitsplatzangebot bei der zuständigen Agentur für Arbeit in Deutschland zu melden.

Wann werden die Förderleistungen ausgezahlt?

Die Fachkraft tritt in Vorleistung. Als Nachweise für die Auszahlung sind der Kostenbescheid der zuständigen Stelle, die Kostenbelege zu Übersetzungen und Beglaubigungen sowie der Zahlungsnachweis erforderlich.

Welche Unterstützung erhalte ich im Rahmen der neuen Förderleistung „Erstorientierung“?

Für Fachkräfte stehen keine Unterstützungsangebote zur sozialen Integration zur Verfügung, die mit denen für ausbildungswillige Jugendliche vergleichbar wären. Mit dem neuen Förderbaustein „Erstorientierung“ können junge Fachkräfte durch ehrenamtliche Begleitung gemeinnütziger Institutionen Unterstützung bei der Orientierung in fremden gesellschaftlichen Strukturen wie auch einer ungewohnten „Arbeitswelt“ für die Dauer von max. 6 Monaten erhalten.

Die Beantragung erfolgt durch die Fachkraft unter Vorlage

• eines Betreuungskonzeptes zur Erstorientierung (kurze Darstellung der geplanten Betreuungsaktivitäten der gemeinnützigen Institution),

• der namentlichen Bezeichnung des ehrenamtlichen Begleiters,

• des Nachweises der Gemeinnützigkeit der Institution,

• des Arbeitsvertrages der Fachkraft,

• Die Auszahlung der Leistung erfolgt zum Ende der sechsmonatigen Förderleistung auf der Basis eines Abschlussberichtes des für die antragstellende Institution tätigen Begleiters. Sofern dies nicht im Rahmen der Abrechnung der Module II.1 bis II.3 zeitnah erfolgt ist, muss das aktuelle Bestehen des Beschäftigungsverhältnisses durch eine Lohnbescheinigung des Vormonats oder einen vergleichbaren Beschäftigungsnachweis belegt werden. Die Auszahlung erfolgt sodann unmittelbar auf das Konto der gemeinnützigen Institution.

Zurück zu den aktuellen Fördergrundsätzen kommen Sie hier.

Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

Das bundesweite Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" hat das Ziel, die Arbeitsmarktchancen von erwachsenen Migrantinnen und Migranten in Deutschland zu verbessern. Es stellt flächendeckende Strukturen für die Erstberatung zum Anerkennungsgesetz bereit, baut interkulturelle Kompetenz bei den Arbeitsmarktakteuren auf und vernetzt die regionalen Akteure, um berufliche Integrationsangebote sinnvoll miteinander zu verzahnen. Das Programm wird durch 16 Landesnetzwerke, fünf Fachstellen und ein Koordinierungsprojekt umgesetzt und wird aus Mitteln der Bundesministerien für Arbeit, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Bundesagentur für Arbeit gefördert.

Eine Liste der Ansprechpartner im IQ-Netzwerk finden Sie hier.

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